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TU Berlin

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Abstract 17

Söderströmstunneln – Erstellung eines Eisenbahntunnels im Absenkverfahren in Stockholm

Dipl.-Ing. Johannes Glückert,
Dipl.-Ing. Nannette Rabenschlag
Züblin Spezialtiefbau GmbH

Dipl.-Ing. (FH) Nicole Jakobs
Ed. Züblin AG, Technisches Büro Tiefbau, Zentrale Technik

In Stockholm wird derzeitig das Citybanan Projekt gebaut. Es handelt sich dabei um eine neue unterirdische Eisenbahnlinie, die das Zentrum der schwedischen Hauptstadt zum großen Teil als Felstunnel unterquert. Im Bereich des Söderströms, eines Seitenarms des Mälarensees, steht der Fels teilweise erst in über 40 m Tiefe an. Um diesen tiefen Einschnitt zu überwinden, erstellt die Arge „Söderströmstunneln“ derzeit eine 300 m langen Einschwimm- und Absenktunnel.

Der Absenktunnel besteht aus drei vorab hergestellten Betonelementen. Da ein ausreichend großes Trockendock im Mälarensee nicht zur Verfügung stand, wurden die Tunnelelemente in schwimmenden Stahlschalungen hergestellt. Die drei Stahlschalen für die Tunnelelemente wurden in einer Werft in Tallinn gefertigt und auf einer Schute über die Ostsee in den Mälarensee gebracht, wo sie vor Beginn der Betonarbeiten ins Wasser gelassen wurden.

Der zweiteilige Tunnelquerschnitt hat eine Gesamtbreite von knapp 20 m und eine Höhe von 8,9 m. Er besteht aus einem 12 m breiten zweigleisigem Eisenbahntunnel und einem 5 m breiten Service- und Evakuierungstunnel. Nach dem Absenken werden die drei Tunnelelemente monolithisch miteinander verbunden und es wird eine Vorspannung mit nachträglichem Verbund eingebracht.

Innerhalb der Tunnelelemente wurden je drei Ballasttanks errichtet, die während der Absenkung kontrolliert mit Wasser gefüllt werden, um das nötige Übergewicht zur erhalten. Die Tunnelelemente werden dann mittels Winschen, die auf einem Absenkponton stehen, langsam bis zur Endposition abgelassen.

Die maximale Gründungstiefe der Tunnelelemente beträgt etwa 23 m. Als Auflager für die Tunnelelemente wurden in den weichen, tonigen Seeböden vier Pfahlgründungen hergestellt, die die Lasten in den tief anstehenden Felshorizont einleiten. Dafür wurden je Pfahlgruppe rund 40 Stahlkernpfähle, ein in Schweden gebräuchliches Kleinbohrpfahlsystem, im tragfähigen Fels gegründet und mit im Unterwasserbetonverfahren hergestellten Pfahlkopfplatten verbunden. Die einzelnen Tunnelelemente werden auf diesen Pfahlkopfplatten auf temporäre Pressen abgesetzt und genau ausgerichtet. Der dauerhaft kraftschlüssige Verbund zwischen Pfahlkopfplatte und Tunnel erfolgt dann durch sogenannte Groutbags. Dabei handelt es sich um mit schrumpfarmer Zementsuspension gefüllte Geotextilkissen.

Der Absenkung der drei Tunnelelemente wird bis Sommer 2013 erfolgen. Die Tunnelelemente werden dann mit einer Steinschüttung auf der Decke und Ballastbeton im Servicetunnel beschwert, um die temporären Wassertanks ausbauen zu können. Danach werden die einzelnen Elemente im Schutze einer temporären Abdichtung in der Absenkkammer durch Ausbetonieren der Fugen und Aufbringen der Vorspannung miteinander verbunden.

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