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TU Berlin

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2005

1. Hans Lorenz Symposium im Rückblick

Der Tagungsband kann formlos per Fax oder Email (Informationen siehe Kontakt) am FG Grundbau und Bodenmechanik - Degebo zu einem Preis von 45 € bezogen werden.

Zum Gedenken an Professor Hans Lorenz, der im Jahr 2005 seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte, veranstaltete am 13. Oktober 2005 das Fachgebiet Grundbau und Bodenmechanik der Technischen Universität Berlin unter der Leitung von Prof. Savidis ein eintägiges Symposium mit den Schwerpunkten Spezialtiefbau und Baugrunddynamik. Prof. Dr.-Ing. Hans Lorenz gilt international als Begründer der Baugrunddynamik. Seine Innovationskraft zeigte sich in seinen zahlreichen Patenten, die er nicht nur im Bereich des Spezialtiefbaus zuerkannt bekam. Für die TU Berlin ist er als Rektor weit über sein Fachgebiet hinaus in der Hochschullandschaft gestaltend tätig gewesen.

Die einleitenden Worte zum Symposium sprachen der Präsident der TU Berlin Herr Prof. Kutzler sowie Herr Dipl.-Ing. Jörger als Vertreter des Gesamtverbandes der Deutschen Bauindustrie. Grußworte per Brief richtete der Vorstand der DGGT Herr Prof. Nußbaumer an die Teilnehmer. Prof. Savidis als Gastgeber hielt eine Laudatio auf Prof. Lorenz.

In den insgesamt zwölf Fachvorträgen wurden aktuelle Forschungsthemen sowie bewährte und neue Lösungen aus der Baupraxis zu den o.g. Themenschwerpunkten vorgestellt. Den Auftakt zu den Fachvorträgen bildete die von Prof. Gudehus (Universität Karlsruhe (TH)) gehaltene "Hans Lorenz Vorlesung" mit dem Titel "Seismo-Hypoplastische Zustandsgrenzen". Er stellte Teilaspekte seiner Theorie vor, mit der sich das viskose Verformungsverhalten zyklisch belasteter granularer Medien erklären und berechnen lässt. In anschaulicher Form präsentierte er Laborergebnisse und deutete die Konsequenzen seiner Theorie für praxisorientierte Fragestellungen am Beispiel der Tiefseegründungen an.

Der anschließende Vortrag der Herren Dipl.-Ing. Bötzel und Dipl.-Ing. Hebener mit dem Titel „Baugrunddynamik und Spezialtiefbau im Kontext der Gesamtprojektplanung“ ergänzte die physikalische Betrachtungsweise des Vorredners um die baubetrieblichen Aspekte der Baugrunddynamik und des Spezialtiefbaus. Mit Herrn Bötzel als Projektplaner (DU Diederichs AG) und Herrn Hebener als Ausführungsplaner (GuD Consult GmbH) wurde die Thematik von zwei durchaus gegensätzlichen Positionen des Baugeschehens beleuchtet.

Prof. Katzenbach (Technische Universität Darmstadt) referierte zu den Notwendigkeiten und den Möglichkeiten der nachträglichen Ertüchtigung von Verkehrswegen. Er berichtete von einer sanierungsbedürftigen Strecke der Deutschen Bahn AG, für die basierend auf einem messtechnischen Versuchsprogramm und numerischen Berechnungen ein neuartiger Ertüchtigungsvorschlag bestehend aus Kalk-Zement-Säulen entwickelt werden konnte.

Herr Dr.-Ing. Wehr berichtete über erste, sehr ermutigende Forschungsergebnisse der Keller Grundbau GmbH die Effizienz der Tiefenrüttler durch Variation der Rotationsgeschwindigkeit des Rüttlers zu steigern, indem gezielt die Eigenfrequenzen der zu verdichtenden Bodenschicht angeregt werden.

Das Vormittagsprogramm zur Baugrunddynamik beendete ein gemeinsamer Beitrag der Herren Prof. Dr. Kramer (Kramer+Albrecht, Hamburg) und Dr. Schuppener (Bundesanstalt für Wasserbau, Karlsruhe). Sie behandelten in ihrem Vortrag den Lastfall „Stoßbelastung einer Schiffsanfahrt an die Böschung einer Wasserstraße“.

Der Nachmittag gehörte thematisch dem Spezialtiefbau, in den Herr Dr. Schwarz gemeinsam mit Herrn Dipl.-Ing. Itzek (beide Bauer Spezialtiefbau GmbH) anhand zahlreicher Praxisbeispiele (Schadensfälle bei Baugruben) aus Berlin einführte.

Von Berlin nach Rotterdam führte der Beitrag von Herrn Glückert (Züblin Spezialtiefbau) mit den zahlreichen Verfahren im Zusammenhang mit zum Schildvortrieben.

Ebenfalls von einer aktuell laufenden Baumaßnahme berichtete das Autorenteam gebildet aus Herrn Dr. Thiele (Fugro Consult) und Herrn Dipl.-Ing. Albrecht (Hoch-Tief AG). Ihr Vortrag befasste sich mit der Deckelbauweise unter typischen innerstädtischen Bedingungen am Beispiel einer Baustelle des neuen Karstadt in der Leipziger Innenstadt.

Von Düsenstrahlarbeiten unter extremen Bedingungen berichtete ein Autorenteam des Unternehmens Keller Grundbau unter der Leitung von Herrn Dr. Sondermann. Der Vortrag wurde von Herrn Dipl.-Ing. Pandera vorgetragen und verdeutlichte anschaulich, wie sich die gestiegenen Anforderungen an den Spezialtiefbau mittels einer gesteigerten Leistungsfähigkeit der Düsenstrahltechnik wirtschaftlich erfüllen lassen.

Aus dem Hause der Bilfinger&Berger AG berichteten die Referenten Dr. Fischer und Dipl.-Ing. Jörger zum Themengebiet der Tragwerksplanung. Ihr kommt nach Ansicht der Autoren eine Schlüsselrolle in Hinblick auf technisch und wirtschaftlich erfolgreiche Bauvorhaben zu. Aus der Praxiserfahrung mit internationalen Bauvorhaben stellten Sie die Schwierigkeiten bei der Verbindung von Technik und Betriebswirtschaft dar.

Der Vortragsgegenstand der Herren Professoren Dr. Richter und Dr. Borchert (beide GuD Consult GmbH) war die kombinierte Pfahl-Plattengründung. Provokant gingen sie der Frage nach, ob die Pfahl-Plattengründung auch unter den Bodenverhältnissen in Berlin eine wirtschaftliche Gründungsalternative darstellt.

Beendet wurde das Nachmittagsprogramm von Herrn Dipl.-Ing. Brieke (FRANKI Grundbau GmbH) mit dem Thema der Schadensvorbeugung bei Ortbetonrammpfahlgründungen. Hervorzuheben sind seine Empfehlungen für dieses Bauverfahren im innerstädtischen Bereich.

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